Ja, liebe Leute, heute möchte ich euch mal etwas über das vietnamesische Neujahrsfest erzählen. Dabei habe ich aber nicht wirklich Lust euch darüber etwas zu verklickert, was dabei eigentlich geschehen sollte. Das könnt ihr im nächst besten Wikipedia-Artikel besser nachlesen.
Nein, ich möchte euch lieber darüber erzählen, wie ich die Tetvorbereitungen erlebe und überhaupt und so.
Also das Wichtigste direkt an den Anfang gesetzt. Um Tet geht kein Vietnamese seiner normalen Arbeit nach. Zumindest nicht in meinem Umfeld.
Es fing Anfang letzter Woche an. Ich bin wie gewöhnlich gegen 7 Uhr zum Office gegangen, aber musste plötzlich mehr als über eine Stunde warten bis mein Office aufgeschlossen wurde. Dann wurde ein wenig gearbeitet und schon gute 20 Minuten früher Mittagspause gemacht. Zwischendurch war es jedoch auch so, dass meine Kollegen einfach mal den Arbeitsplatz verlassen haben und wieder irgendetwas wichtiges für Tet einkaufen mussten. Mein Ansprechpartner hat sich gestern den ganzen Nachmittag einfach frei genommen, um für seine verstorbenen Großeltern zu beten. Die letzten zwei Tage war mein Office nachmittags erst gar nicht geöffnet worden und weil mir niemand Bescheid gegeben hat, stand ich vor verschlossenen Toren. Ich hab dann erfahren, dass die Leute im Office sowieso keine Lust mehr haben vor Tet zu arbeiten, weil ihnen dieses Jahr ihr Tetgeld (so was wie unser Weihnachtsgeld) gestrichen wurde. Schon eine blöde Sache, wenn man bedenkt, dass die Tet-Zeit die teuerste Zeit des Jahres ist.
Auch wenn man durch die Straßen fährt ist es ganz komisch. Plötzlich fangen die Menschen an ihre Häuser neu zu streichen und alles in Ordnung zu bringen. Es werden überall Fahnen und Lampen aufgehangen und an jeder Straßenecke verkaufen Händler Süßigkeiten, neue Klamotten oder “Tetkitsch”.
Ich glaube, man kann die Zeit vor Tet durchaus mit der vor Weihnachten vergleichen. Ziehen wir doch einfach mal einen Vergleich:
Alle Menschen sind mit dem Kopf schon längst bei den Dingen angelangt, die noch alles für das Große Fest besorgt, organisiert oder geklärt werden müssen. Da sind die kleinen Kinder, die unbedingt dieses und jenes als Geschenk haben wollen, das Festessen, was sich nicht von alleine kocht und die ganzen Verwandten, die sich zwar alleine einladen würden, man aber immer noch eine Einladung abschicken muss. Wo soll denn da noch Platz für die eigentliche Arbeit, wenn man schon 110% sein Denkleistung auf so was verwenden muss? Und mal ehrlich, wer würde schon gerne arbeiten, wenn er wüsste, dass er dieses Jahr kein Weihnachtsgeld bekommt? Also ich nicht. Wie auch in den westlichen Ländern zu Weihnachten, wo sich die Straßen und Marktplätze in kleine Blockhüttensiedlungen verwandeln, in denen Stollen, Räuchermännchen, Glühwein und diverse andere Weihnachtsutensilien angeboten werden, so füllen sich auch die Straßen Vietnams vor Tet mit kunterbunten Stände soweit die Motorbiketankfüllung reicht. Natürlich sieht es nicht so aus, wie auf einem deutschen Weihnachtsmarkt. Soweit ist da die Produktpiraterie nun doch nicht gekommen. Nein, Anstelle von Weihnachtsschmuck, werden Poster von Onkel Ho verkauft, statt Lebkuchen gibt es Kuchen in Bananenblättern eingewickelt.
“Oh Tannenbaum” Fehlanzeige, Technosongs werden durch die Lautsprecher des örtlichen Marktes gepustet und statt Glühwein-angeheiterter-Hobby-Pavarotties, gibt es Marktfrauen, die Geschäft Geschäft sein lassen und ordentlich feiern.
Hier wird kein Massenmord an den lokalen Nadelbaumbeständen begangen, um sie teilweise bis zur Unkenntlichkeit mit Weihnachtsschmuck zu bombardieren. Nein, hier sieht man überall die riesigen Banner mit dem Neujahrsspruch “ Nam moi, thang loi moi!”, was soviel bedeutet wie “Neues Jahr, neuer Sieg!”. Ich muss sagen, dass das ein recht progressiver Vorsatz für das neue Jahr ist.
Aber was auch immer das neue Jahr bringen wird, bin ich sicher, dass ich noch allerhand andere Kuriositäten entdecken werde. Wobei man ehrlich sein sollte und man sagen muss, dass unser Weihnachtsfest ebenso kurios ist, wie das Tet Fest in Vietnam.
Man mag mir an eigenen Stellen dieses Textes eine Verdrehung der Tatsachen oder Übertreibungen vorwerfen, aber dafür ist mein Anwalt zuständig.
Ich werde mich nach Tet wieder melden und erzählen, wie denn die eigentliche Feierei vonstatten ging.
Übrigens werde ich wahrscheinlich nur die ersten Feiertage in Hoi An bleiben und wenn keine Einladungen mehr ausstehen, werde ich mich in den Bach Ma Nationalpark begeben und dann in die alte Kaiserstadt Hue.
Also freut euch auf mehr.
Lieben Gruß aus Hoi An und einen guten Rutsch ins neue Mondjahr!!!
Der Manuel
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Donnerstag, 22. Januar 2009
Mittwoch, 7. Januar 2009
Das Weihnachtsfest und das Frohe Neue Jahr
Ja, Kinders. Jetzt ist das Jahr 2008 vorbei und das neue Jahr hat begonnen. Nachträglich möchte ich nochmal allen, denen ich noch kein “Frohes Neues Jahr” gewünscht habe, ein “Frohes Neues Jahr” wünschen. Also: Frohes Neues Jahr.
Was, werdet ihr euch sicher fragen, hat denn der liebe (Eigenlob stinkt!) Manuel denn so um die Weihnachtszeit und um den Jahreswechsel gemacht?
Ich fang einfach mal am 24.12 des letzten Jahres an. An diesem Morgen habe ich zusammen mit Phông (falls ich noch nicht erwähnt haben sollte, wer das ist: Phông wohnt in Hôi An und arbeitet in einer Bar als DJ. Ich versteh mich relativ gut mit ihm) die E-Gitarre seines Freundes ausgeliehen und wir haben erstmal, zu meiner großen Freude, ein wenig zusammen gitarriert.
Dann bin ich so gegen Mittag via Bus ins 30km entfernte Da Nang aufgebrochen und hab mich da mit Yann getroffen. Zusammen mit Yann bin ich dann durch ganz Da Nang gedüst (wir haben an diesem Tag in der Stadt mindestens 50km zurückgelegt) und haben alles für die Weihnachtsfeier in Yanns Kinderheim vorbereitet. Es war echt stressig und wir hatten wirklich viel zu tun, weil sich auch noch einen Tag vorher 3 Leute von den Philippinen angemeldet haben, die gerne zusammen mit uns im Kinderheim Weihnachten feiern wollten (weil ihr Flug gestrichen wurde) und deswegen auch noch eine Millionen Geschenke einkaufen wollten. Alles in der Metro eingekauft und dann zum Hotel, wo alles eingepackt werden musste, lautete dann die Devise. Endlich am Kinderheim angekommen musste dann noch alles aufgebaut werden.
Als dann endlich die Kinder von einer Weihnachtsvorführung zurückkamen, war das Chaos perfekt. Ein lautes Drunter und Drüber, aber es hat riesen Spaß gemacht.
Ich konnte leider nicht ganz bis zum Schluss bleiben, weil wir auch in Hoi An noch ein Weihnachtsessen veranstalten wollten, zu dem ich sowieso schon viel zu spät war. Also hab ich mich schnell auf mein neues Motorbike, welches ich Yann abgekauft hab (sozusagen mein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk), geschwungen und bin nach Hoi An gerauscht.
Als ich ankam, war das Essen leider schon vorbei, aber na ja.... Es gab dann noch Bescherung und ich hab die Nacht noch mit meinen Eltern telefoniert und ihrer Bescherung zugesehen. Danach sind wir noch rausgegangen und haben gefeiert bis 4 Uhr morgens. Ein Stress, sag ich euch...
Aber am nächsten Tag ging es auch schon weiter, weil ich Yann versprochen habe, ihm noch beim Packen zu helfen, da er am gleichen Tag nach Ha Noi und eine Woche später nach Deutschland geflogen ist. Also wieder einmal nach Da Nang und wieder mit Yann durch die Stadt. Mittlerweile kenne ich Da Nang wie meine Westentasche (sofern ich denn eine Weste besitzen würde). Am späten Nachmittag war ich wieder zuhause und konnte mich von den zwei letzten Tagen erholen.
Das war so mein Weihnachten. Es ist nicht wirklich viel Weihnachtsstimmung aufgekommen und mir war auch in der ganzen Vorweihnachtszeit nie wirklich bewusst geworden, dass es auch Weihnachten zugeht. Aber ich kann sagen, dass mir die Feier im Kinderheim und die Bescherung viel Spaß gemacht haben.
Silvester hatte ich mir dann gedacht, dass ich endlich mal was auf eigene Faust unternehmen muss und hatte mir vorgenommen alleine mit dem Motorbike 550km von Hoi An gen Süden bis nach Nha Trang zu fahren und mich dann wieder mit den anderen zu treffen, um dort Silvester zu feiern.
Gesagt getan, ich hab mein Motorbike nochmal überprüfen lassen und habe mich am 28. auf den Weg gemacht.
Mein Gott, war das eine Fahrt! Das „Mein Gott“ muss man jetzt in zwei Weisen auffassen. Auf der einen Seite soll das „Mein Gott“ so aufgefasst werden, dass ich damit sagen wollte: „Mein Gott, war das eine schöne Fahrt!“ und andererseits „Mein Gott, war das anstrengend!“.
Ich kann euch nur den Rat geben, dass, solltet ihr einmal nach Vietnam kommen, ihr unbedingt eine Strecke mit dem Motorbike zurücklegen solltet. Keine 550km!!! Aber schon an die 200km.
Das beste ist, ihr macht es wie ich, fahrt einfach die A1 lang. Die A1 ist so ziemlich die einzige Schnellstraße in Viet Nam, die vom nördlichen Ha Noi bis ins gut 2000km weiter südlich gelegene Sai Gon führt.
Man kann es nicht wirklich Autobahn nennen. Nennen wir es lieber eine Bundesstraße auf der die Maximalgeschwindigkeit 80km/h beträgt, welche aber besser nicht immer ausgefahren werden können, weil die Straße plötzlich einer ausgedehnten Mondlandschaft aus Schlag- und Wasserlöchern Platz macht. Es macht schon Spaß teilweise recht schnell voranzukommen und dann plötzlich Motorcrossfahrer spielen zu müssen. Aber nach 11 Stunden fahrt strengt es doch sehr an. Und 11 Stunden braucht man, wenn man von Hoi An nach Nha Trang fahren muss.
Aber!!! Aber!!! Es lohnt sich (hab ich, glaub ich , schonmal gesagt). Während ich so durch Viet Nam gebraust bin, bin ich durch riesige Palmenwälder und durch ewig lange Städte gefahren, die sich entlang der A1 geschlängelt haben. Die Straße führte teilweise am Meer entlang, über zwei wunderschöne Pässe, wo man plötzlich in den Wolken verschwindet, und durch überflutete Reisfelder, bei denen es den Anschein hat, als wäre die Straße über einen riesigen See gebaut worden.
Wenn man dann nach einiger Zeit es geschafft hat in Nha Trang anzukommen, wird einem wieder schlagartig klar, wie krass doch die Unterschiede in Viet Nam sind. Mit aller Liebe zu diesem Land aber sowas nennt/schimpft sich Sozialismus. In diesem Land sind nicht mehr alle gleich. Hier leben vietnamesische Multimillionäre mit seinem Mercedes und der arme Reisbauer mit seinem Wasserbüffel keine zehn Minuten voneinander.
Man sieht sehr deutlich, dass die Ha Noier Regierung die Metropolen Viet Nams klar bevorzugt. Während ich auf meiner Fahrt übers Land Häuser gesehen habe, halb zerfallen und nur aus einem Raum bestehen, in der eine ganze Familie wohnt, sprießen in Nha Trang, wie auch in Da Nang, Hochhäuser, wie Pilze aus dem Boden.
Nha Trang selber kann ich nicht wirklich meine Stadt nennen. Es ist eine Stadt, die sich auf den typischen Massenstrandtourimus auslegt. Man hat einen ewig langen Strand, dahinter eine Strandpromenade und die beiden folgenden Parallelstraßen sind volgepackt mit Hotels, Bars, Restaurants und Souvenirläden.
Ich hab aber versucht das Beste daraus zu machen und die schönen Ecken Nha Trangs zu finden. 3 Tage hatte ich dafür Zeit, was leider auch gereicht hat, danach hat man alles gesehn.
Am ersten Tag, der 30., habe ich mir erst einmal die Nähere Umgebung angesehen und mich mit Freddy und Doreen (zwei Freiwillige aus Can Tho im Süden) über alles ausgetauscht, was wir so in den letzten zwei Monaten erlebt haben. Viel mehr habe ich noch nicht gemacht, dafür war ich noch zu kaputt.
Am Silvestertag haben wir uns dann entschlossen das Jahr in Ruhe ausklingen zu lassen. Wir sind in die bei Nha Trang liegenden heißen Quellen gefahren, wo seid zwei Jahren ein Wellness-Centre steht. Wir haben das Billigste genommen, was ging (umgerechnet hat es uns 4€ gekostet) und durften dafür ein wunderbar stinkendes Schlammbad machen, in Mineralwasser baden, und den ganzen Tag in den Swimmingpools bleiben.
Am Nachmittag sind wir dann zurück in die Stadt und am Abend haben wir lecker beim Inder gegessen (während des Essens habe ich dann den Entschluss gefasst ein Auslandssemester in Indien zu machen, da man die indiche Küche durchaus öfter kosten sollte). Danach haben wir noch Uta und einige andere Deutsche getroffen und sind zum Strand, wo wir dann in Ruhe ins Neue jahr gefeiert haben (ein Glück hat es nicht geregnet).
Nach einem späten Erwachen bin ich dann mit Esther aufgebrochen und wir haben Da Nang via Motorbike weiter erkundet. Wir sind zu den alten Champa Tempeln gefahren und haben den sitzenden und den liegenden Buddha plus Pagode besucht. In der Pagode hat mich dann ein Mönch eingeladen mich unter eine riesige Glocke zu setzen. Ich solle da sitzen, während er draußen seine Mantras singt und gegen die Glocke schlägt. Verrückt!!!
Aber gesagt, getan. So laut, war es gar nicht und es hat sich wirklich gut angefühlt, wenn der ganze Körper fibriert. Er meinte, es wäre sehr gesund, und da ich ja am vortag schon soviel Wellness hatte, dachte ich mir, dass ich das ja weiterführen sollte. Im der Pagode selber gab es noch zwei riesige Buddhastatuen. Einen liegenden, schlafenden Buddha und einen Sitzenden, der sich oben auf einem Berg befand und auf Nha Trang schaute. Ziemlich beeindruckend, aber beide erst in den letzten 10 Jahren gebaut.
Den Abend haben wir dann noch mit Billardspielen verbracht und dann haben wir Esther verabschiedet, die mit einem Sleepingbus über nacht zurück nach Hoi an gefahren ist.
Ich bin am nächsten morgen gegen 6Uhr gen Heimat aufgebrochen und war gegen 17Uhr wieder da. Die Rückreise war echt kein Spaß, ich hatte die ganze Zeit Gegenwind, es hat geregnet und teilweise war die Strasse überflutet.
Ich war froh, als ich endlich in Hoi An war und hab die letzten zwei Urlaubstage fast nur in meinem Zimmer verbracht.
Die Tage davor habe ich genug von der Welt gesehen, da muss mich die Welt auch mal zwei Tage nicht zu Gesicht bekommen.
Ansonsten habe ich nicht mehr viel zu erzählen. Ich glaube auch, dass das fürs erste reicht.
Ich wünsche allen nochmal ein Frohes Neues Jahr und viel Erfolg, Glück, Spaß, Gesundheit, ein Pony, Freundschaft, Liebe und vieles mehr.
(Diesen Text schrieb der Manuel aus Viet Nam)
Tschüss.
Was, werdet ihr euch sicher fragen, hat denn der liebe (Eigenlob stinkt!) Manuel denn so um die Weihnachtszeit und um den Jahreswechsel gemacht?
Ich fang einfach mal am 24.12 des letzten Jahres an. An diesem Morgen habe ich zusammen mit Phông (falls ich noch nicht erwähnt haben sollte, wer das ist: Phông wohnt in Hôi An und arbeitet in einer Bar als DJ. Ich versteh mich relativ gut mit ihm) die E-Gitarre seines Freundes ausgeliehen und wir haben erstmal, zu meiner großen Freude, ein wenig zusammen gitarriert.
Dann bin ich so gegen Mittag via Bus ins 30km entfernte Da Nang aufgebrochen und hab mich da mit Yann getroffen. Zusammen mit Yann bin ich dann durch ganz Da Nang gedüst (wir haben an diesem Tag in der Stadt mindestens 50km zurückgelegt) und haben alles für die Weihnachtsfeier in Yanns Kinderheim vorbereitet. Es war echt stressig und wir hatten wirklich viel zu tun, weil sich auch noch einen Tag vorher 3 Leute von den Philippinen angemeldet haben, die gerne zusammen mit uns im Kinderheim Weihnachten feiern wollten (weil ihr Flug gestrichen wurde) und deswegen auch noch eine Millionen Geschenke einkaufen wollten. Alles in der Metro eingekauft und dann zum Hotel, wo alles eingepackt werden musste, lautete dann die Devise. Endlich am Kinderheim angekommen musste dann noch alles aufgebaut werden.
Als dann endlich die Kinder von einer Weihnachtsvorführung zurückkamen, war das Chaos perfekt. Ein lautes Drunter und Drüber, aber es hat riesen Spaß gemacht.
Ich konnte leider nicht ganz bis zum Schluss bleiben, weil wir auch in Hoi An noch ein Weihnachtsessen veranstalten wollten, zu dem ich sowieso schon viel zu spät war. Also hab ich mich schnell auf mein neues Motorbike, welches ich Yann abgekauft hab (sozusagen mein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk), geschwungen und bin nach Hoi An gerauscht.
Als ich ankam, war das Essen leider schon vorbei, aber na ja.... Es gab dann noch Bescherung und ich hab die Nacht noch mit meinen Eltern telefoniert und ihrer Bescherung zugesehen. Danach sind wir noch rausgegangen und haben gefeiert bis 4 Uhr morgens. Ein Stress, sag ich euch...
Aber am nächsten Tag ging es auch schon weiter, weil ich Yann versprochen habe, ihm noch beim Packen zu helfen, da er am gleichen Tag nach Ha Noi und eine Woche später nach Deutschland geflogen ist. Also wieder einmal nach Da Nang und wieder mit Yann durch die Stadt. Mittlerweile kenne ich Da Nang wie meine Westentasche (sofern ich denn eine Weste besitzen würde). Am späten Nachmittag war ich wieder zuhause und konnte mich von den zwei letzten Tagen erholen.
Das war so mein Weihnachten. Es ist nicht wirklich viel Weihnachtsstimmung aufgekommen und mir war auch in der ganzen Vorweihnachtszeit nie wirklich bewusst geworden, dass es auch Weihnachten zugeht. Aber ich kann sagen, dass mir die Feier im Kinderheim und die Bescherung viel Spaß gemacht haben.
Silvester hatte ich mir dann gedacht, dass ich endlich mal was auf eigene Faust unternehmen muss und hatte mir vorgenommen alleine mit dem Motorbike 550km von Hoi An gen Süden bis nach Nha Trang zu fahren und mich dann wieder mit den anderen zu treffen, um dort Silvester zu feiern.
Gesagt getan, ich hab mein Motorbike nochmal überprüfen lassen und habe mich am 28. auf den Weg gemacht.
Mein Gott, war das eine Fahrt! Das „Mein Gott“ muss man jetzt in zwei Weisen auffassen. Auf der einen Seite soll das „Mein Gott“ so aufgefasst werden, dass ich damit sagen wollte: „Mein Gott, war das eine schöne Fahrt!“ und andererseits „Mein Gott, war das anstrengend!“.
Ich kann euch nur den Rat geben, dass, solltet ihr einmal nach Vietnam kommen, ihr unbedingt eine Strecke mit dem Motorbike zurücklegen solltet. Keine 550km!!! Aber schon an die 200km.
Das beste ist, ihr macht es wie ich, fahrt einfach die A1 lang. Die A1 ist so ziemlich die einzige Schnellstraße in Viet Nam, die vom nördlichen Ha Noi bis ins gut 2000km weiter südlich gelegene Sai Gon führt.
Man kann es nicht wirklich Autobahn nennen. Nennen wir es lieber eine Bundesstraße auf der die Maximalgeschwindigkeit 80km/h beträgt, welche aber besser nicht immer ausgefahren werden können, weil die Straße plötzlich einer ausgedehnten Mondlandschaft aus Schlag- und Wasserlöchern Platz macht. Es macht schon Spaß teilweise recht schnell voranzukommen und dann plötzlich Motorcrossfahrer spielen zu müssen. Aber nach 11 Stunden fahrt strengt es doch sehr an. Und 11 Stunden braucht man, wenn man von Hoi An nach Nha Trang fahren muss.
Aber!!! Aber!!! Es lohnt sich (hab ich, glaub ich , schonmal gesagt). Während ich so durch Viet Nam gebraust bin, bin ich durch riesige Palmenwälder und durch ewig lange Städte gefahren, die sich entlang der A1 geschlängelt haben. Die Straße führte teilweise am Meer entlang, über zwei wunderschöne Pässe, wo man plötzlich in den Wolken verschwindet, und durch überflutete Reisfelder, bei denen es den Anschein hat, als wäre die Straße über einen riesigen See gebaut worden.
Wenn man dann nach einiger Zeit es geschafft hat in Nha Trang anzukommen, wird einem wieder schlagartig klar, wie krass doch die Unterschiede in Viet Nam sind. Mit aller Liebe zu diesem Land aber sowas nennt/schimpft sich Sozialismus. In diesem Land sind nicht mehr alle gleich. Hier leben vietnamesische Multimillionäre mit seinem Mercedes und der arme Reisbauer mit seinem Wasserbüffel keine zehn Minuten voneinander.
Man sieht sehr deutlich, dass die Ha Noier Regierung die Metropolen Viet Nams klar bevorzugt. Während ich auf meiner Fahrt übers Land Häuser gesehen habe, halb zerfallen und nur aus einem Raum bestehen, in der eine ganze Familie wohnt, sprießen in Nha Trang, wie auch in Da Nang, Hochhäuser, wie Pilze aus dem Boden.
Nha Trang selber kann ich nicht wirklich meine Stadt nennen. Es ist eine Stadt, die sich auf den typischen Massenstrandtourimus auslegt. Man hat einen ewig langen Strand, dahinter eine Strandpromenade und die beiden folgenden Parallelstraßen sind volgepackt mit Hotels, Bars, Restaurants und Souvenirläden.
Ich hab aber versucht das Beste daraus zu machen und die schönen Ecken Nha Trangs zu finden. 3 Tage hatte ich dafür Zeit, was leider auch gereicht hat, danach hat man alles gesehn.
Am ersten Tag, der 30., habe ich mir erst einmal die Nähere Umgebung angesehen und mich mit Freddy und Doreen (zwei Freiwillige aus Can Tho im Süden) über alles ausgetauscht, was wir so in den letzten zwei Monaten erlebt haben. Viel mehr habe ich noch nicht gemacht, dafür war ich noch zu kaputt.
Am Silvestertag haben wir uns dann entschlossen das Jahr in Ruhe ausklingen zu lassen. Wir sind in die bei Nha Trang liegenden heißen Quellen gefahren, wo seid zwei Jahren ein Wellness-Centre steht. Wir haben das Billigste genommen, was ging (umgerechnet hat es uns 4€ gekostet) und durften dafür ein wunderbar stinkendes Schlammbad machen, in Mineralwasser baden, und den ganzen Tag in den Swimmingpools bleiben.
Am Nachmittag sind wir dann zurück in die Stadt und am Abend haben wir lecker beim Inder gegessen (während des Essens habe ich dann den Entschluss gefasst ein Auslandssemester in Indien zu machen, da man die indiche Küche durchaus öfter kosten sollte). Danach haben wir noch Uta und einige andere Deutsche getroffen und sind zum Strand, wo wir dann in Ruhe ins Neue jahr gefeiert haben (ein Glück hat es nicht geregnet).
Nach einem späten Erwachen bin ich dann mit Esther aufgebrochen und wir haben Da Nang via Motorbike weiter erkundet. Wir sind zu den alten Champa Tempeln gefahren und haben den sitzenden und den liegenden Buddha plus Pagode besucht. In der Pagode hat mich dann ein Mönch eingeladen mich unter eine riesige Glocke zu setzen. Ich solle da sitzen, während er draußen seine Mantras singt und gegen die Glocke schlägt. Verrückt!!!
Aber gesagt, getan. So laut, war es gar nicht und es hat sich wirklich gut angefühlt, wenn der ganze Körper fibriert. Er meinte, es wäre sehr gesund, und da ich ja am vortag schon soviel Wellness hatte, dachte ich mir, dass ich das ja weiterführen sollte. Im der Pagode selber gab es noch zwei riesige Buddhastatuen. Einen liegenden, schlafenden Buddha und einen Sitzenden, der sich oben auf einem Berg befand und auf Nha Trang schaute. Ziemlich beeindruckend, aber beide erst in den letzten 10 Jahren gebaut.
Den Abend haben wir dann noch mit Billardspielen verbracht und dann haben wir Esther verabschiedet, die mit einem Sleepingbus über nacht zurück nach Hoi an gefahren ist.
Ich bin am nächsten morgen gegen 6Uhr gen Heimat aufgebrochen und war gegen 17Uhr wieder da. Die Rückreise war echt kein Spaß, ich hatte die ganze Zeit Gegenwind, es hat geregnet und teilweise war die Strasse überflutet.
Ich war froh, als ich endlich in Hoi An war und hab die letzten zwei Urlaubstage fast nur in meinem Zimmer verbracht.
Die Tage davor habe ich genug von der Welt gesehen, da muss mich die Welt auch mal zwei Tage nicht zu Gesicht bekommen.
Ansonsten habe ich nicht mehr viel zu erzählen. Ich glaube auch, dass das fürs erste reicht.
Ich wünsche allen nochmal ein Frohes Neues Jahr und viel Erfolg, Glück, Spaß, Gesundheit, ein Pony, Freundschaft, Liebe und vieles mehr.
(Diesen Text schrieb der Manuel aus Viet Nam)
Tschüss.
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